Wenn man von den optimistischen Raumfahrtplanungen der 60er Jahre ausgehen würde, hätten wir schon 1990 auf dem Mars landen müssen.
Heute ist der Mensch aber noch nicht bereit dazu. Im Moment kämen wir wohl haarlos und mit blauen Augen auf dem roten Planeten (Mars) an.
Los auf zum Mars – hieß es vor wenigen Tagen für vier US-amerikanische Astronauten, Chris Hadfield, Thomas Marshburn, Andrew Abercromby und Steve Chappel.

Roboter auf dem Mars
Aber sie starten nicht mit der Ares-Rakete aus Cape Canaveral, nein sie fuhren vor den Florida-Keys-Inseln 20 Meter in die Meerestiefe. Weil sie dort eine geringe Auftriebskraft des Wassers erwartet und sie damit fast unter Schwerelosigkeit stehen, sie sind umgeben von einer rauen Welt, in der sie ohne Schutzanzug nicht lange überleben könnten. Dieser Test soll für fremden Welten trainiert werden.
Absolute Voraussetzung ist aber allerdings auch, dass sie dort gesund ankommen. Natürlich körperlich und geistig. Während eines halbjährigen Hin- und Rückfluges befinden sich die Astronauten nicht unter dem schützenden Schirm der irdischen Atmosphäre, auf die Wirkung der irdischen Schwerkraft müssen sie wahrscheinlich kommplett verzichten.
Unser Weltraum bedeutet nicht einfach nur die unendlichen Weiten. Nein, er bedeutet auch ein andauerndes Bombardement mit aggressiver und hochenergetischer Strahlung. Diese Strahlung kommt zum einen von unserer Sonne. Unser Zentralgestirn sendet neben Licht auch Protonen, Elektronen und Heliumkerne aus, und das nicht nur in einem konstanten Strom, sondern auch kurzzeitig in wirklich heftigen Ausbrüchen. Diese werden auch CMEs genannt, aus einem regional aktivem Gebiet. Solche Sonnenstürme haben bei uns auf der Erde schon zu großen Stromausfällen geführt.
Aber auch unser Kosmos selbst strahlt mächtig Energie ab. Es sind solche Energiereichen, schweren Atomkerne. Dazu kommen Röntgen- und Gammastrahlungen die von sterbenden Sternen (Supernovaes) ausgehen. Beide dieser Strahlungsarten zerstören unser Gewebe und insbesondere die DNA eines Menschen (Lebewesens). Diese Schäden sind teilweise nicht reparabel und können im schlimmsten Fall zu Zellmutationen führen.
Eine neue Studie der Georgetown University sagt aus, dass das Krebsrisiko dabei sehr groß sein soll, ganz besonders in den Bereichen unseres Dickdarms. Wenn die Sonne ruhig sein sollte, beträgt die Strahlenbelastung eines Astronauten während eines solchen Hin- und Rückfluges mindestens ein SvSV, das steht für die Einheit Sievert. In Sievert misst man die sogenannte Äquivalentdosis, die die Stärke der biologischen Wirkung einer bestimmten Strahlendosis angibt. Gibt es aber heftige Sonneneruptionen die um mehrere Größenordnungen höher liegen, dann steigert sich das Krebs-Risiko um ein vielfaches. Ganz neue Schätzungen gehen jetzt davon aus, dass die Strahlenbelastung nicht höher sein soll als bei einem längeren Aufenthalt an Bord der ISS.

So sieht unsere Erde aus
Es werden Schwermut und Arbeitsverweigerung bei Langzeitflügen erwartet
Die lang anhaltende Schwerelosigkeit während eines solchen Raumfluges wird als sehr großes medizinisches Problem beschrieben. Die Fehlende Schwerkraft schwächt unsere Muskeln, die Knochen und den Kreislauf, wenn sie nicht laufend weiter trainiert werden. Es gibt bestimmte Konzepte die auf Zentrifugen im Raumschiff oder eine Drehung des Fahrzeuges setzen, dadurch könnte man künstliche Schwerkraft erzeugen, welche dann den Astronauten schützen würde.
Aber was ist mit dem Faktor Mensch selber – also seiner Psyche, die bei so einem Raumflug stark beansprucht wird. Schließlich ist es nur eine sehr kleine Gruppe, vollkommen abgeschottet von ihrer Außenwelt, die für sehr – sehr lange Zeit auf engstem Raume zusammen leben muss. Das russische Experiment Mars-500 soll hier detaillierte Antworten liefern.
Vergangene Beobachtungen von älteren bemannten Langzeitflügen ruft aber schon ein gewisses Stirnrunzeln bei manchen Wissenschaftlern hervor. Es kam offt zu Schwermut und Arbeitsverweigerung. Auch die Konzentrationsfähigkeit hat dabei stark abgenommen und es traten vermehrt Fehler auf. Bei einem Vorläuferprojekt -Simulation of a Flight of International Crew on Space Station – ‘99 (SFINCSS-99), welches zwischen Juli 1999 und April 2000 stattgefunden hat, kam es unter der Besatzung zu Prügeleien und auseinandersetzungen.
Der psychische Supergau während eines laufenden Marsfluges würde das Scheitern der Mission bedeuten. Es gibt also für die Wissenschaftler wirklich noch viel zu tun. Damit die ersten Menschen die den Roten Planeten betreten, sich nicht vor Schwäche kaum auf den Beinen halten können und beim Flaggenhissen nicht noch zusammenbrechen.

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Ne ne, mir reicht die gute alte Erde
Aber vielleicht habe ich auch Pech und darf meine Enkel irgendwann auf dem roten Planeten besuchen :S